Als Thermen wurden größere öffentliche Badeanstalten im Römischen Reich bezeichnet. Der lateinische Ausdruck thermae – Thermen – für große öffentliche Bäder verbreitete sich zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr.
Der Unternehmer und Senator Caius Sergius Orata (140–91 v. Chr.) kam laut Valerius Maximus auf die Idee, die für Heizzwecke bereits existierende Hypokaust-Technik für Dampfbäder zu nutzen und führte die balneae pensiles in Rom ein. Während des 1. Jahrhunderts n. Chr. erlangte das Baden in öffentlichen Bädern eine hohe Bedeutung als sozialer Mittelpunkt des Lebens und fest zum Tagesablauf gehörendes Ritual.

Die Thermen waren Orte der Kommunikation und des Zeitvertreibes. Hier traf man sich, entspannte sich von der Hektik der Stadt und vom Stress des Tages. Thermen boten zahlreiche Dienstleistungen, wie etwa Massagen, Gymnastikübungen, Maniküre und Schönheitspflege. Beheizt wurden die Thermen durch das Hypokaustum, ein unter dem Fußboden und in den Wänden befindliches Netz von Leitungen für erhitzte Luft, das von Sklaven befeuert wurde.

Wohlhabende Kaufleute pflegten oder knüpften hier Kontakte und brachten Geschäfte zum Abschluss. Selbst die römischen Kaiser besuchten die Thermen, um sich bürgernah zu zeigen. Der Eintritt war günstig, jedoch musste man für bewachte Garderoben, Massagen usw. extra zahlen. Man trug einen Wickel um die Hüfte, das subligaculum, für die Ballspiele im Freien auch die Tunika, Frauen trugen oft eine Art Bikini. Für Frauen gab es ursprünglich getrennte Bäder, aber schon Cicero beklagte den Verfall der Sitten, weil die Geschlechtertrennung meist missachtet wurde; Hadrian führte getrennte Badezeiten in gemeinschaftlich genutzten Badeanlagen ein, für Frauen vormittags, für Männer nachmittags, was aber in der Praxis oft nicht streng befolgt wurde.

Die Thermen hatten stets die gleiche Raumfolge, die schon bei den hellenistischen Reihenbädern existiert: Im apodyterium, dem Umkleideraum, entkleidete man sich und verstaute seine Kleidung in den in die Wand eingelassenen, abschließbaren Nischen, den loculi, oder gab sie seinem Sklaven oder dem Capsarius (Sklave, der die Kleidungsstücke bewacht) zur Aufbewahrung. Während man in Griechenland nackt Sport trieb und badete, trugen in Rom zumindest die Frauen beim Sport eine Art Bikini.

Die Temperatur in den einzelnen Räumen entsprach vermutlich der in den türkischen Hammam, wie auch der Ablauf der Badeprozedur ähnlich beschrieben wird. Als erstes kühlte man sich im frigidarium, dem Kaltbaderaum, ab und sprang dort in das Kaltwasserbecken. Das frigidarium war der größte Raum der Thermen und daher vermutlich der Hauptaufenthaltsraum. In den Caracalla-Thermen in Rom befanden sich dort 1600 Marmorsessel, auf denen man sich sitzend mit kaltem Wasser begießen lassen konnte. Hier befanden sich auch kleine Becken (piscina). Man reinigte sich mit dem strigilis und ließ sich nach dem Bad im aleipterion (lateinisch: unctuarium) einölen und massieren. Das frigidarium der Diokletiansthermen ist als Kirchenraum bis heute erhalten. Angeschlossen an das frigidarium war die palaestra, der Sportplatz, so dass man sich nach der körperlichen Ertüchtigung, etwa durch Ballspiele oder Muskeltraining mit Hanteln, gleich im kalten Wasser erfrischen konnte.

Große Bäder boten zusätzlich ein richtiges Schwimmbecken (natatio) an, teilweise sogar überdacht, die allerdings nur so tief waren, dass man immer stehen konnte, da nur wenige Menschen das Schwimmen beherrschten. Darauf folgte das ebenfalls durch Hypokausten beheizte tepidarium mit milder Hitze. Das tepidarium enthielt meist kein Becken. Es isolierte die beheizten Räume von den kalten und erleichterte so die Anpassung. Anschließend betrat man das caldarium, den durch Hypokausten und Wandheizungen geheizten, meist nach Süden hin gelegenen Heißbaderaum mit Heißwasserbecken. Die Bodentemperatur konnte dort leicht über 50 °C betragen, weshalb man im Bad Holzschuhe trug. Im caldarium gab es meist Apsiden, in denen sich die mit 40 °C heißem Wasser gefüllten Wannenbäder befanden. Während man den Ausblick durch die großen Fenster genoss, konnte man sich von einem Sklaven mit warmen Güssen überschütten lassen.

Die Römer verwendeten in ihren Thermalbädern sowohl Fußboden- als auch Wandheizungen mit Heißluft (hypokaustum). Beide Techniken wurden zunächst für die Thermen entwickelt und angewendet. Die beheizten Räume konnten je nach Größe und Art des Bades sehr unterschiedlich aussehen. Gemeinsam war ihnen, dass sie meist nach Süden ausgerichtet waren, um die Wärme der Sonne mitzunutzen. Damit sich die Wärme der Fußbodenheizung besser ausbreitet, sollte der Boden des Hypokaustums nach Vitruvs Empfehlung eine leichte Neigung aufweisen. Die Wände bestanden oft aus Hohlziegeln, durch die ebenfalls heiße Luft geleitet wurde. In den Caracalla-Thermen war das caldarium (Heißbad) rund und von einer großen Kuppel überdacht.

Von Gängen unter den eigentlichen Baderäumen aus bedienten Sklaven die Wandheizung durch zahlreiche Schürklappen, die in die Sockel der Hauptwände des Gebäudes eingelassen waren. Die Arbeitsbedingungen in diesen Gängen müssen entsetzlich gewesen sein, da der Rauch nur allmählich durch die Deckenlöcher entwich. Die Heizkammern (praefurnia) wurden von den Sklaven regelmäßig mit Holzkohle beschickt. Später bevorzugte man möglichst trockenes Holz. Die heiße Luft stieg durch die Hohlräume nach oben und erhitzte Böden und Wände. Die Heizung musste Tag und Nacht in Betrieb gehalten werden. Durch Lüftungsklappen im Dach konnte die Temperatur variiert werden. Die Hitze der römischen Bäder war fast immer Dampfhitze, mit Ausnahme des mitunter vorhandenen laconicum, in dem eine trockene Hitze herrschte. In diesem Raum konnte es, ähnlich wie in einer Sauna, viel heißer als in dem traditionell beheizten caldarium sein, weswegen die Verweildauer hier geringer war.

 

 

 

Weitere Thermen in Vorbereitung

   
               
       
  Alabanda  

Ancyra (Ankara)

  Anemurium   Aphrodisias
 

Das Zentralbad von ist noch nicht ausgegraben. Es besaß wie alle hellenistischen und römischen Bäder ein frigidarium und ein caldarium.

 

Die Caracalla-Therme
80 × 130 m  großes römisches Badegebäude aus der Zeit des Kaisers Caracalla (211-217)

 

Große Thermenanlage aus dem 3. Jh. n. Chr. Wurde von einem der beiden Aquädukte bis zu dessen Zusammenbruch mit Wasser versorgt.

 

Das große Badegebäude in Aphrodisias wurde Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. erbaut und dem Kaiser Hadrian gewidmet.

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  Arykanda   Aspendos   Ephesos   Hierapolis
 

Große Thermenanlage aus der Zeit der römischen Kaiserzeit, im 2. Jh. n. Chr. um ein Gymnasion erweitert.

 

Kaum beachtete, große römische Thermenanlage südlich des Theaters.

 

Die Scholastika Thermen
An der Kuretenstraße gelegen. Erbaut in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.

 

Die große römische Therme oberhalb der Kalksinterterrassen wurde im 2. Jh. v. Chr. errichtet. Heute befindet sich hier das  Museum.

 

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  Kitanaura (Sarayçik)   Laodicea   Laodicea   Milet
  Therme unterhalb der Akropolis wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. erbaut und war bis zum 14. Jahrhundert in Betrieb.   Die Süd-Therme wurde laut Inschrift Kaiser Hadrian und seiner Frau Sabina gewidmet. Sie wurde 135 n. Chr.  errichtet.   Die West-Therme
Auf Architravfriesen angebrachten Dekoration deuten auf ein Baudatum im 2. Jh. n. Chr. hin.
  Die Faustina-Thermen
Gestiftet und benannt nach der Frau des Kaisers Markus Aurelius (161-180 n. Chr.)
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  Olbia   Olympos   Perge   Phaselis
 

Römische Therme
Erbaut im 3. Jh. n. Chr. und bis ins 14. Jh. genutzt und immer wieder renoviert.

 

Das Vespasianus-Bad
Gemäß einer Inschrift um 70 v. Chr. im Namen des römischen Kaisers Vespasian errichtet.

 

Die Süd-Therme, eines der beiden größten Bäder der Stadt,  wurde im 2. Jh. n. Chr. errichtet.

 

Die Theater-Therme in Phaselis, auch "Kleines Bad" genannt, befindet sich auf der Ostseite des zentralen Marktplatzes, unterhalb des Theaters.

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  Sarikaya   Selinus   Side  

Termessos

 

Das heutige Sarikaya war in römischer Zeit unter dem Namen Aqua Sarvenae bekannt. Nur die Thermenanlage überstand die etlichen Erbeben.

 

Selinus wurde 197 v. Chr römisch. Damit begann eine rege Bautätigkeit. Vermutlich stammt die Thermenanlage aus dieser Zeit.

 

Die im 3. Jh. n. Chr. errichtete, 60 x 40 Meter große römische Therme beherbergt heute das archäologische Museum.

 

Die große römische Therme war Bestandteil eines ganzen Komplexes, das als Gymnasion identifiziert wurde.

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Tlos

           
 

Die große und die neben ihr gelegene kleine Therme in Tlos bilden einen Bade- und Sportkomplex und damit eine räumliche Einheit.

           
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Weitere Thermen in Vorbereitung