Myra

 

     
 

 

Das Theater, links daneben die Felsengräber  
   

Myra war ab dem 5. Jh. v. Chr. eine der sechs größten Städte des Lykischen Bundes und wurde unter Kaiser Theodosius II, (401-450 n. Chr.) Hauptstadt Lykiens. Myra besaß einen prunkvollen Artemis-Tempel, der im Jahre 141 n. Chr. durch ein Erdbeben zerstört wurde. Im Jahr 809 wurde die Stadt von arabischen Truppen erobert und verlor an Bedeutung. Gegen 1100 n. Chr. wurde Myra von den Seldschuken eingenommen und ist seither islamisch.

 
   

 
Die Felsengräber  
   

Myra wurde im Laufe der Jahrhunderte unter dem Schlamm des Kasaba Çayi, dem Demre-Fluss, begraben und erst in den Jahren 1965 bis 1968 von einem deutschen Archäologen erforscht. Der alte Hafen der Stadt, Andriake, ist heute verlandet. Der Apostel Paulus wechselte hier im Jahre 59 n. Chr. auf der Reise nach Rom sein Schiff. Das alte Myra liegt heute unter ausgedehnten Gewächshäusern für Tomaten. Sehenswert sind die lykischen Felsengräber und das imposante Theater aus römischer Zeit.

 
   

 
Die Felsengräber  
   

 
Das Theater  
   

Das ursprünglich griechische Theater von Myra wurde vermutlich im 1. Jh. v. Chr. erbaut. Es lehnt an einem steilen Berghang. Die Seiten der Zuschauerränge mit den imposanten Aufgängen und ihren Tonnengewölben wurden aus Mauerwerk errichtet.
Auch das Theater von Myra erhielt nach dem verheerenden Erdbeben von 141 n. Chr. zum Wiederaufbau erhebliche Spendengelder des Opramoas aus Rhodiapolis sowie weitere Gelder eines Jason aus Kyaneai und eines Licinius Langus aus Oinoanda.

 
   
 

Tonnengewölbe neben den Zuschauerrängen

 
   

 
Zahlreiche reich verzierte Fragmente eines Theaterfrieses blieben erhalten.  
   

 

Die Kirche des heiligen Nikolaus

 

 

 

Die Stadt war in byzantinischer Zeit Bischofssitz. Ab 309 n. Chr. war Nikolaus der Bischof von Myra. Die Gebeine des Heiligen Nikolaus wurden 1087 von italienischen Kaufleuten nach Bari entführt. Heute ist die Kirche des Heiligen Nikolaus, im 6. Jahrhundert erbaut, jedes Jahr im Dezember Schauplatz eines eigenartigen religiös-kulturellen Festivals, bei dem Menschen aus aller Welt über die Taten des Heiligen debattieren.
Die heutige dreischiffige Basilika stammt im Kern aus dem 8. Jahrhundert, wo sie erneuert wurde. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde ein Kloster erbaut und die Mönche mit der Pflege der Pilgerstätte betraut. Auch nach dem Raub der Gebeine war die Kirche Pilgerstätte geblieben.

 
   
 

In der Kirche des heiligen Nikolaus

 
   
     
Fotos: @chim    
Quelle: Wikipedia u.a.