Limyra

 

     
 

 

Der Sarkophag des Xntabura  
   

Die Ursprünge der Stadt, die die Lykier "Zemuri" nannten, geht auf das 5. Jh. v Chr. zurück. Antike Aufzeichnungen und Münzfunde lassen darauf schließen, dass in Zemuri der Blitze schleudernde Zeus als Hauptgott verehrt wurde. Was für Lykien außergewöhnlich war, denn die Hauptgötter der Lykier waren Artemis und Apoll.
Sowohl des Deutsche- als auch das Österreichische Archäologische Institut führen in Limyra Grabungen durch. Jürgen Borchardt, Professor für Klassische Archäologie an der Universität Wien, konnte 1966 nachweisen, dass der lykische Fürst Perikles von Limyra aus regierte. Das gibt der Stadt, die im Vergleich mit den lykischen Metropolen Xanthos und Myra als unbedeutend galt, einen gänzlich anderen Stellenwert. Offenbar beteiligte sich Perikles im Jahr 366 v. Chr. am blutig niedergeschlagenen Satrapenaufstand gegen den persischen Großkönig. Der erhöhte Sarkophag seines Bruders Xntabura ist noch heute schräg oberhalb des Theaters zu besichtigen.

 
   

 
Das Ptolemaion  
   

In Limyra war das weithin bekannte Quellorakel von Limyra beheimatet. Es ist überliefert, dass heilige Forellen die Zukunft voraussagten. Nahmen sie das angebotene Fischfutter an, war die Prognose positiv, verschmähten sie das Futter, sah man dem Ereignis sehr skeptisch entgegen.

 
   

 
Das Kenotaph des Augustus Gaius Caesar  
   

Ein Glücksfall für die Stadt war, dass im Jahr 4 n. Chr. der junge Enkel des Augustus Gaius Caesar nach einem Feldzug schwer verwundet in Limyra starb. Ihm wurde ein großes Kenotaph errichtet, dessen Ruinen noch heute aus dem Sumpfgelände der Unterstadt ragen. Rom ließ reichlich Geld in den Sterbeort des Kaisernachkommen fließen. So wurden z.B. die Tempel renoviert und prunkvoll ausgestattet. Nach dem Erdbeben von 141 n. Chr. wurde erhebliche Wiederaufbauhilfe geleistet.

 
   

 
Stadtmauer  
   

Limyra geriet nach der Eroberung durch Alexander dem Großen unter die wechselnen Herrschaft dessen Nachfolger, bis es 188 v. Chr. mit ganz Lykien den Rhodiern zugesprochen wurde. In mehreren Aufständen wehrten sich die Lykier gegen die verhassten Rhodier. 167 v. Chr. konnten sie auf diplomatischem Wege die Loslösung von Rhodos und begrenzte Autonomie innerhalb der römischen Verwaltung erreichen. Im wieder erstarkenden lykischen Städtebund erhielt Limyra zeitweise drei Stimmen, was die Bedeutung der Stadt hervorhebt.

 
   

 
Säulenstraße zum Ptolemaion  
   

Der in römischer Zeit erbaute Teil der Stadt versumpfte in byzantinischer Zeit durch die Verlandung des Flusses Limyros mehr und mehr, bis er gänzlich unbewohnbar wurde. Die Menschen siedelten sich im ehemaligen Hafen Limyras, Phoinikos, dem heutigen Finike an. Lymyra verlor an Bedeutung und wurde schließlich gänzlich verlassen.

 

 

 

 

Das Theater

 
   

Der heute sichtbare Ausbaustand des Theaters von Limyra zeigt den Stand der Restaurierungsarbeiten in der 2. Hälfte des 2. Jh. n. Chr. Es fasste nach dieser Baumaßnahme ca. 15.000 Zuschauer. Das Theater wurde, wie die gesamte Stadt und etliche weitere Städte des Lykischen Bundes, nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 141 n. Chr. zerstört. Das Bühnenhaus wurde mit Hilfe von Spendengeldern des in Rhodiapolis ansässigen Euerget Opramoas wieder aufgebaut. Heute existieren vom Bühnenhaus nicht viel mehr als die Fundamente.

 
   

 
Geschlossener Umgang auf Höhe des diazoma  
   

Die Ruinen der antiken Stadt Limyra liegen ca. 7 km landeinwärts von der Küstenstadt Finike entfernt. Biegen Sie noch vor Finike von der Küstenstraße D400 auf die Nationalstraße D635 Richtung Elmalı ab. Nach knapp 5 km erreichen Sie die Zufahrtsstraße nach Limyra, die durch ein braunes Schild gekennzeichnet ist. 800 Meter weiter haben Sie die Ruinen der einst lykischen Stadt erreicht.

 
   
   
Fotos: @chim, Monika P.    
Quelle: Wikipedia u.a.